Eisenhans

Ein Buchtipp für alle Männer und diejenigen, die sich um/über Männer Gedanken machen:


Robert  Bly - "Eisenhans"



Erstmals 1990 veröffentlicht ist es einer der Meilensteine der "mythopoetischen Männerbewegung".
Mir ist das Buch in den Nullerjahren dieses Jahrtausends in die Hände gefallen und ich habe mittlerweile bestimmt das 5. Exemplar erworben. Was ich mit den anderen Büchern gemacht habe?

Na, verschenkt! Meistens an Männer, die es gut gebrauchen konnten. 


Anhand des Grimmschen Märchens "Der Eisenhans" (ursprünglich "De wilde Mann") zeigt Robert Bly verschiedene Entwicklungsphasen der "Mannwerdung" auf und verweist anhand des Verlaufs der Geschichte auf verschiedene innere Anteile. Das Märchen ist im Originaltext in diesem Buch enthalten.


Ich habe durch dieses Buch für mich eine ausgeprägt illustre Runde an inneren Anteilen ausmachen können, die ich bei gegebenen Anlässen zu einer inneren Tafelrunde zusammenbringe. Ob Entscheidungen anliegen, oder insgesamt eine Ausrichtung überprüft werden will, kann ich mit Hilfe dieser inneren Anteile leichter Zugang zu meinen Ressourcen und Fähigkeiten finden. Eisenhans sei  Dank!





Bereits damals, zur Zeit Veröffentlichung, ist Robert Bly für sein Werk und seine Ansichten stark kritisiert worden. Ihm ..."wird häufig eine antifeministische Einstellung vorgeworfen und von Soziologen und Geschlechterforschern wird kritisiert, dass er männliches Verhalten nur als biologisch vorgegebenes annehme und andere Optionen als das traditionelle Männerbild ausschließe" (Quelle: Wikipedia - Robert Bly). Auch wurde die "mythopoetische Männerbewegung" in Medien damals als Gegenbewegung zur Frauenbewegung beschrieben. 


Mir hat dieses Buch sehr gut getan. Ich habe mich, als vaterlos aufgewachsener Mann, in seinen Interpretationen und Ansichten gut aufgehoben gefühlt. Die Auseinandersetzung mit allen inneren Anteilen, auch König, Krieger und, natürlich, der wilde Mann, hat mich zu einem Mann werden lassen, der ich gerne bin. 


In Zeiten von wiederkehrender Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit Feminismus und auch sexualisierter Gewalt -s. #metoo- scheint es mir wichtig zu sein, darauf hinzuweisen, dass Männer ihrem Anteil an dieser Geschichte am ehesten gerecht werden können, wenn sie sich als Männer gut ausbilden, sprich: ihrer Macht und Möglichkeiten voll bewusst, und bereit sind, diese für partnerschaftliche Augenhöhe und wertschätzenden Umgang in die Waagschale zu werfen.  

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