Der Väter Missetat - Kriegskinder und Kriegsenkel

Das Thema "Kriegskinder" begleitet mich jetzt schon seit über 10 Jahren und ich empfinde es, obwohl zuletzt weniger in der Öffentlichkeit erwähnt, als immer noch brandaktuell. 

Als Kriegskinder in Deutschland gelten alle zwischen 1930 und 1945 geborenen Menschen. 

Zunehmend aktuell wird auch das Thema "Kriegsenkel". Dazu gehören die meisten der zwischen 1955 und 1975 geborenen Menschen und auch darüber hinaus kann man von "Kriegsenkeln" sprechen, denn:

„Denn ich, der HERR, 
dein Gott, bin ein eifriger Gott, 
der da heimsucht der Väter Missetat
an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied…“

2. Buch Moses 20, 5 

Im Forschungsbereich der Epigenetik ist immer wieder die Rede von der Vererbung von Traumata. Und die Empirik scheint das immer wieder zu belegen.
Doch wie kann man sich das vorstellen? 

Kinder docken auf verschiedenen Ebenen an Ihre Eltern an.

So erleben sie die Erstarrung der Eltern in Bezug auf traumatische Erfahrungen selbst, wobei ihnen aber das auslösende Ereignis, das zur Traumatisierung führt, "fehlt".

Diese Kinder haben es schwierig ein starkes Selbstbewusstsein aufzubauen.

Sie erleben sich häufig als Summe ihrer Defizite.


Andere psychodynamsiche Phänomene sind:
  • Allgemeine Antriebslosigkeit
  • Bindungsabbrüche 
  • Sozialer Mangel oder Überflutung 
  • Härte gegen sich selbst 
  • Bindungsstörungen 
  • Identitätsstörungen, Leben eines falschen Selbst 
  • Soziale Rigidität 
  • Empathiestörungen 
  • Aufopferung 
  • Todesangst 
  • Zusammenbruch unter Traumatisierungen 
  • uvm.
In der Lebensflussarbeit haben wir die Möglichkeit einen Blick auf den blinden Fleck zu werfen, der durch die "Vererbung" von Traumata entsteht. Durch die Fokussierung auf die Biografie und die intensive Auseinandersetzung mit den Eltern und Großeltern finden wir den Weg zu einem wertschätzendem Selbstverständnis.

Für Interessierte: hier ein Video über die Epigenetik vom Bayrischen Rundfunk: Epigenetik - Sind Traumata vererbbar?

Die Lebensflussarbeit



Die Lebensflussarbeit ist eine Technik aus der systemischen Therapie, die erlebnisorientiert die Möglichkeit bietet, den eigenen „Quellen“ wertschätzend zu begegnen und den eigenen Lebens (-fluss) -lauf als Ressource und Kraft wahrzunehmen und zu integrieren.

Es handelt sich dabei um eine Form des Aufstellens im Einzelsetting. Sie ist nicht zu verwechseln mit der „Brettaufstellung“.

Das eigene Leben als Fluss zu begreifen fällt nicht schwer.
Die flusstypischen Begrifflichkeiten passen in der Symbolik gut zu einander:

„Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss“ - ein französischer Film, in dessen Geschichte es um bei der Geburt vertauschte Kinder geht, deren Leben einen anderen Verlauf nimmt, als es „vorbestimmt“ war.

"Man steigt nur einmal in den gleichen Fluss" meint die ständige Veränderung des Lebensflusses wie auch das Verrinnen der Zeit.

Ein Mensch, der sich aktiv und bewusst gegen Konventionen richtet „schwimmt gegen den Strom“.

Im beruflichen Alltag bei gutem Gelingen, aber auch in der Meditation oder anderen transzendentalen Techniken gelangen Menschen in einen „Flow“. „Flow“ bezeichnet das Gefühl scheinbar mühelos fließender Bewegung, das man erleben kann, wenn man ganz in einer schöpferischen Handlung aufgeht. 


Unter bestimmten Bedingungen werden Handeln und Bewusstsein eins.

Fließendes Wasser ist auch Symbol des Unbewussten. Fließen bedeutet aber auch, sich treiben zu lassen, nicht alles kontrollieren zu wollen.

Hermann Hesse‘s „Siddahrtha“ ist eine sehr schöne literarische Gestaltung des Themas:

[Beim Blick auf den Fluss]
"Das Bild des Vaters, sein eigenes Bild, das Bild des Sohnes flossen ineinander [...] und flossen ineinander über, wurden alle zum Fluss, strebten alle als Fluss dem Ziele zu, sehnlich, begehrend, leidend, und des Flusses Stimme klang voll Sehnsucht, voll von brennendem Weh, voll von unstillbarem Verlangen. Zum Ziele strebte der Fluss, Siddhartha sah ihn eilen, den Fluss, der aus ihm und den seinen und aus allen Menschen bestand, die er je gesehen hatte, alle die Wellen und Wasser eilten, leidend, Zielen zu, vielen Zielen, dem Wasserfall, dem See, der Stromschnelle, dem Meere, und alle Ziele wurden erreicht, und jedem folgte ein neues, und aus dem Wasser ward Dampf und stieg in den Himmel, ward Regen und stürzte aus dem Himmel herab, ward Quelle, ward Bach, ward Fluss, strebte aufs Neue, floss aufs Neue. (Hesse, "Siddhartha" S. 108)

So lernte Siddhartha vom Fluss. Er begriff ihn als Ganzes und zu ihm selbst gehörig.

Er verstand, dass der Fluss zur gleichen Zeit an Quelle und Mündung ist und dennoch in ständiger Bewegung...

Vom Anfangen

So, da ist er nun im Netz. Der Blog mit dem Namen "Flowristik".
Ich schreibe über meine Gedanken zu meiner therapeutischen Tätigkeit, zu meinen bunten außertherapeutischen Tätigkeiten und zu Allerweltsthemen..., so der Plan.

Ich heiße Malte Eckardt, bin 50 Jahre alt und wohne in Hemmingen, südwestlich von Hannover.

Ursprünglich bin ich ausgebildeter Ergotherapeut mit einigen Jahren Berufserfahrung in Praxen, Altenheimen und in einem Jugendzentrum. Berufsbegleitend habe ich dann begonnen mich weiterzubilden. Zunächst erlangte ich die Zulassung zum Heilpraktiker für Psychotherapie. Danach folgten Ausbildungen zum systemischen Familientherapeuten und zum Kinesiologen.

 Nun biete ich therapeutische Hilfe und Lebensberatung mit den Werkzeugen dieser Ausbildungen an. Im Zentrum steht dabei die Lebensflussarbeit, eine Technik aus der systemischen Therapie, die erlebnisorientiert die Möglichkeit bietet, den eigenen „Quellen“ wertschätzend zu begegnen und den eigenen Lebens (-fluss) -lauf als Ressource und Kraft wahrzunehmen und zu integrieren. Diese Form gab denn auch schließlich diesem Blog seinen Namen. Näheres zu dieser Technik folgt in Kürze.

Parallel zu meinen therapeutischen Angeboten arbeite ich für 2 sehr kreative und Farben spendende Projekte von ebenso kreativen Frauen: zum einen bei Dornröschenwolle. Dort biete ich unter anderem Woll-Färbeworkshops an. In der Pinselbude leite ich Actionpainting-Gruppenevents für jung und jung Gebliebene. Ich werde diesen Blog nutzen, diese Projekte weiter bekannt zu machen und die Projekte nutzen meinen Blog mit wahren Farbbombenfotos zu verschönern.