Kein Fluss ohne Soundtrack

Zur Abwechslung stelle ich hier ein paar Musikvideos vor, die mich in der letzten Zeit viel und gerne begleitet haben. 

Irgendwann im letzten Jahr bin ich auf die Band "The Dead South" aus Kanada gekommen. Zunächst war die Enttäuschung groß, als ich vernahm, dass die Band am Pfingstwochenende in Hannover auftreten würde. Ich hatte nämlich schon Karten für ein Festival -das OBS in Beverungen- ergattert, das ebenfalls zu Pfingsten stattfand. Groß war die Freude dann, als genau diese Band als Surprise-Act am Sonntagmorgen genau auf der OBS-Bühne stand. 



Ebenfalls auf dem OBS traf ich diesen jungen Schweizer, der mich live absolut überzeugte: "Faber"
Sohn von Pippo Polina und mit großartiger Band unterwegs. Die Texte sind bissig, handeln von alltgälichen , aber auch aktuellen Geschehnissen, immer gut beobachtet und mit einer Prise Zynismus gewürzt. Gerade soviel, dass es nicht schmerzt, aber ordentlich ruckelt.



Kürzlich, am Küchentisch eines Freundes, wurde mir dieses wunderbare Stück vorgespielt: "Saez - Mon Européenne". Es läuft derzeit bei mir rauf und runter und hat ein enormes Ohrwurmpotential. Toll die Steigerung innerhalb des Liedes. Leider ist dieses kein wirkliches Video. Doch wer mag, nimmt sich den Text vor und versucht mitzusingen..., das geht als Gymnastik durch ;-)



Zu guter Letzt: für alle Verliebten und/oder Politikverdrossenen dieses wunderbar Lied. Wieder mit erhöhtem Nachhallrisiko: 



Viel Vergnügen beim Hören!

"Allein die Sprache schützt vor dem Schrecken der namenlosen Dinge"

Dieses Zitat stammt von der Literatur-Nobelpreisträgerin Toni Morrison.
Was würden wir tun, wenn uns die Sprache abhanden käme?  Nicht auszudenken. Doch manchmal passiert genau das: es fehlen uns die Worte. Sie bleiben uns im Halse stecken. Die Worte sind da irgendwo, doch sie wollen nicht raus. Das passiert uns natürlich nur dann, wenn uns etwas besonders wichtig ist, wenn wir auf emotionaler Ebene eine Entscheidung treffen müssen, oder wenn wir uns entschuldigen wollen. Es wartet unser Gegenüber vielleicht auch auf eine Reaktion und zeigt schon nach kurzer Zeit Zeichen von Ungeduld
Das Schreiben kann uns auf solche Situationen ein wenig vorbereiten. Geschriebene Worte sind körperlich erfasst und lassen sich leichter abrufen. Wichtige Sätze für den eigenen Lebensweg (-fluss) zu kurzen Phrasen verdichtet, sind gute Begleiter in allen möglichen Lebenslagen. Sie lassen sich wie Mantras reproduzieren und wirken wie festes Schuhwerk auf einer Wanderung in steinigem Gebirge. 

Am nächsten Wochenende, genauer am Sonntag den 8.10.2017, nehme ich an einem Schreib-Workshop teil. Heike Rosenbaum, Kursleiterin für Poesie- und Bibliotherapie, bietet diesen Workshop zum kreativen Schreiben an. Dieser Workshop trägt den Titel: "Nur der Augenblick". 
Bei Interesse bitte anmelden bei:
Heike Rosenbaum
Tel.: 05072-784820 oder
email: rosenbaum@federleicht-schreiben.de



Serendipität - Die Gabe etwas zu finden, was man nicht sucht

Serendipität

Manchmal findet man wertvolle oder angenehme Dinge, nach denen man gar nicht gesucht hat. Das reicht vom kleinen Geldschein, den man irgendwann mal in einer Reißverschlusstasche seiner Jacke versteckt hat, bis zu Situationen, in denen einem der zukünftige Lebenspartner buchstäblich auf die Füße steigt. Oder auf der Suche nach einer Entscheidung findet man eine Lösung für ein ganz anderes Problem.

Solche kleinen „Alltagswunder“ geschehen ziemlich häufig. Sie wahrzunehmen und für sich selbst nutzbar zu machen, ist eine trainierbare Fähigkeit.
Im Alltag können wir uns bei allen kleinen und großen Ereignissen fragen:

  • Wie passt dieses Ereignis zu mir?
  • Was nehme ich für mich mit aus diesem Ereignis?
  • Warum passiert es ausgerechnet jetzt?

Zu trainieren ist also vor allem das kurze Innehalten, um uns selbst die Möglichkeit zu geben diese Fragen auch zu stellen.
Nach und nach entdeckt man viele kleine „Wunder“ und wird sich seiner selbst immer mehr bewusst. Man erfährt spirituelles Wachstum.

Der Begriff „Serendipität“ geht auf ein altes Märchen mit dem Namen „Die 3 Prinzen von Serendip“ zurück. Diese 3 Prinzen beginnen eine abenteuerliche Reise um ihren Vater zu beeindrucken. Sie erleben allerhand vermeintlich Beschwerliches und erkennen doch den Wert der Unwegbarkeiten am Ende der Reise.

Den Wert für etwas erkennen, was im ersten Moment wie lästig erscheint ist ebenso zu trainieren. Es braucht aber eine Basis in der Wertschätzung des eigenen Ichs. Genau das erreiche ich mit Klienten zusammen in der Lebensflussarbeit in erlebnisorientierter Weise. Jede lebenswichtige Person erhält einen Flussstrang und entsprechend Symbole. Wichtige Lebensereignisse werden markiert und besprochen. So entsteht in geschützter Atmosphäre ein (Dein) eigenes Bild vom Lebensfluss.

Ist Dein Interesse geweckt? Dann vereinbare einen Termin unter 0511 428283 oder sende eine Mail an malte.eck@t-online.de

Der Väter Missetat - Kriegskinder und Kriegsenkel

Das Thema "Kriegskinder" begleitet mich jetzt schon seit über 10 Jahren und ich empfinde es, obwohl zuletzt weniger in der Öffentlichkeit erwähnt, als immer noch brandaktuell. 

Als Kriegskinder in Deutschland gelten alle zwischen 1930 und 1945 geborenen Menschen. 

Zunehmend aktuell wird auch das Thema "Kriegsenkel". Dazu gehören die meisten der zwischen 1955 und 1975 geborenen Menschen und auch darüber hinaus kann man von "Kriegsenkeln" sprechen, denn:

„Denn ich, der HERR, 
dein Gott, bin ein eifriger Gott, 
der da heimsucht der Väter Missetat
an den Kindern bis in das dritte und vierte Glied…“

2. Buch Moses 20, 5 

Im Forschungsbereich der Epigenetik ist immer wieder die Rede von der Vererbung von Traumata. Und die Empirik scheint das immer wieder zu belegen.
Doch wie kann man sich das vorstellen? 

Kinder docken auf verschiedenen Ebenen an Ihre Eltern an.

So erleben sie die Erstarrung der Eltern in Bezug auf traumatische Erfahrungen selbst, wobei ihnen aber das auslösende Ereignis, das zur Traumatisierung führt, "fehlt".

Diese Kinder haben es schwierig ein starkes Selbstbewusstsein aufzubauen.

Sie erleben sich häufig als Summe ihrer Defizite.


Andere psychodynamsiche Phänomene sind:
  • Allgemeine Antriebslosigkeit
  • Bindungsabbrüche 
  • Sozialer Mangel oder Überflutung 
  • Härte gegen sich selbst 
  • Bindungsstörungen 
  • Identitätsstörungen, Leben eines falschen Selbst 
  • Soziale Rigidität 
  • Empathiestörungen 
  • Aufopferung 
  • Todesangst 
  • Zusammenbruch unter Traumatisierungen 
  • uvm.
In der Lebensflussarbeit haben wir die Möglichkeit einen Blick auf den blinden Fleck zu werfen, der durch die "Vererbung" von Traumata entsteht. Durch die Fokussierung auf die Biografie und die intensive Auseinandersetzung mit den Eltern und Großeltern finden wir den Weg zu einem wertschätzendem Selbstverständnis.

Für Interessierte: hier ein Video über die Epigenetik vom Bayrischen Rundfunk: Epigenetik - Sind Traumata vererbbar?

Die Lebensflussarbeit



Die Lebensflussarbeit ist eine Technik aus der systemischen Therapie, die erlebnisorientiert die Möglichkeit bietet, den eigenen „Quellen“ wertschätzend zu begegnen und den eigenen Lebens (-fluss) -lauf als Ressource und Kraft wahrzunehmen und zu integrieren.

Es handelt sich dabei um eine Form des Aufstellens im Einzelsetting. Sie ist nicht zu verwechseln mit der „Brettaufstellung“.

Das eigene Leben als Fluss zu begreifen fällt nicht schwer.
Die flusstypischen Begrifflichkeiten passen in der Symbolik gut zu einander:

„Das Leben ist ein langer, ruhiger Fluss“ - ein französischer Film, in dessen Geschichte es um bei der Geburt vertauschte Kinder geht, deren Leben einen anderen Verlauf nimmt, als es „vorbestimmt“ war.

"Man steigt nur einmal in den gleichen Fluss" meint die ständige Veränderung des Lebensflusses wie auch das Verrinnen der Zeit.

Ein Mensch, der sich aktiv und bewusst gegen Konventionen richtet „schwimmt gegen den Strom“.

Im beruflichen Alltag bei gutem Gelingen, aber auch in der Meditation oder anderen transzendentalen Techniken gelangen Menschen in einen „Flow“. „Flow“ bezeichnet das Gefühl scheinbar mühelos fließender Bewegung, das man erleben kann, wenn man ganz in einer schöpferischen Handlung aufgeht. 


Unter bestimmten Bedingungen werden Handeln und Bewusstsein eins.

Fließendes Wasser ist auch Symbol des Unbewussten. Fließen bedeutet aber auch, sich treiben zu lassen, nicht alles kontrollieren zu wollen.

Hermann Hesse‘s „Siddahrtha“ ist eine sehr schöne literarische Gestaltung des Themas:

[Beim Blick auf den Fluss]
"Das Bild des Vaters, sein eigenes Bild, das Bild des Sohnes flossen ineinander [...] und flossen ineinander über, wurden alle zum Fluss, strebten alle als Fluss dem Ziele zu, sehnlich, begehrend, leidend, und des Flusses Stimme klang voll Sehnsucht, voll von brennendem Weh, voll von unstillbarem Verlangen. Zum Ziele strebte der Fluss, Siddhartha sah ihn eilen, den Fluss, der aus ihm und den seinen und aus allen Menschen bestand, die er je gesehen hatte, alle die Wellen und Wasser eilten, leidend, Zielen zu, vielen Zielen, dem Wasserfall, dem See, der Stromschnelle, dem Meere, und alle Ziele wurden erreicht, und jedem folgte ein neues, und aus dem Wasser ward Dampf und stieg in den Himmel, ward Regen und stürzte aus dem Himmel herab, ward Quelle, ward Bach, ward Fluss, strebte aufs Neue, floss aufs Neue. (Hesse, "Siddhartha" S. 108)

So lernte Siddhartha vom Fluss. Er begriff ihn als Ganzes und zu ihm selbst gehörig.

Er verstand, dass der Fluss zur gleichen Zeit an Quelle und Mündung ist und dennoch in ständiger Bewegung...

Vom Anfangen

So, da ist er nun im Netz. Der Blog mit dem Namen "Flowristik".
Ich schreibe über meine Gedanken zu meiner therapeutischen Tätigkeit, zu meinen bunten außertherapeutischen Tätigkeiten und zu Allerweltsthemen..., so der Plan.

Ich heiße Malte Eckardt, bin 50 Jahre alt und wohne in Hemmingen, südwestlich von Hannover.

Ursprünglich bin ich ausgebildeter Ergotherapeut mit einigen Jahren Berufserfahrung in Praxen, Altenheimen und in einem Jugendzentrum. Berufsbegleitend habe ich dann begonnen mich weiterzubilden. Zunächst erlangte ich die Zulassung zum Heilpraktiker für Psychotherapie. Danach folgten Ausbildungen zum systemischen Familientherapeuten und zum Kinesiologen.

 Nun biete ich therapeutische Hilfe und Lebensberatung mit den Werkzeugen dieser Ausbildungen an. Im Zentrum steht dabei die Lebensflussarbeit, eine Technik aus der systemischen Therapie, die erlebnisorientiert die Möglichkeit bietet, den eigenen „Quellen“ wertschätzend zu begegnen und den eigenen Lebens (-fluss) -lauf als Ressource und Kraft wahrzunehmen und zu integrieren. Diese Form gab denn auch schließlich diesem Blog seinen Namen. Näheres zu dieser Technik folgt in Kürze.

Parallel zu meinen therapeutischen Angeboten arbeite ich für 2 sehr kreative und Farben spendende Projekte von ebenso kreativen Frauen: zum einen bei Dornröschenwolle. Dort biete ich unter anderem Woll-Färbeworkshops an. In der Pinselbude leite ich Actionpainting-Gruppenevents für jung und jung Gebliebene. Ich werde diesen Blog nutzen, diese Projekte weiter bekannt zu machen und die Projekte nutzen meinen Blog mit wahren Farbbombenfotos zu verschönern.